Thermiksuche mit der Wärmebildkamera

posted by Markus 2. Februar 2016 0 comments

Thermiksuche mit der Wärmebildkamera

Ein interessantes Experiment hat Armin Harich während der im Dezember 2015 stattfindenden XC-Expedition Namibia auf Video festgehalten. Mittels einer kompakten Wärmebildkamera filmt Armin während des Fluges die Umgebung und visualisiert damit Temperaturunterschiede im Gelände.

Die Idee der Thermiksuche beim Paragliding mittels Wärmebildkamera ist dabei nicht neu, bereits 2006 wurde darüber im Gleitschirmforum diskutiert. Damals scheiterte dieser Ansatz aber aufgrund der Kosten und Größe der damaligen Technik. Jetzt knapp 10 Jahre später hat Armin diesen Ansatz wieder aufgegriffen und erste Versuche mit einer kompakten Wärmebildkamera unternommen.

Technisch ist es zwar leider nicht möglich, anhand einer IR-Wärmebildkamera Temperaturunterschiede in der Umgebungsluft zu erkennen. Die Szenen im Video während des Fliegens zeigen jedoch deutliche Temperatur bzw. Farbunterschiede am Boden. Ob es mit diesem Versuch möglich war potentielle Thermikquellen zu entdecken, lässt sich anhand des Videos nicht schlussfolgern. Ich hoffe jedoch, dass Armin dem Video noch entsprechende Ergebnissen aus diesem Experiment beilegen wird…

Ich bin schon mal gespannt, der Ansatz ist spannend, die Bilder sind vielversprechend…

Kompakte Wärmebildkameras mit Smartphoneanbindung gibt es hier…

Update: Armin Harich hat mir netterweise noch einige Fragen zu seinem Experiment beantwortet. Vielen Dank Armin!!

Und hier das Interview:

1) Bleibt es bei dem bisherigen Video oder verarbeitest du deine Erkenntnisse noch in weiteren Videos oder einem Bericht? Armin Harich: Es mangelt mir leider an der Zeit. Ich muss erstmal die Kamera in meinem Gurtzeug besser installieren, so dass es auch Sinn macht die Wärmebildkamera zu nutzen und weiter auszuprobieren.

2) Welchen Nutzen sollte der Einsatz der Wärmebildkamera dir bringen? Armin Harich: Man kann viel eindeutiger warme und kalte Flächen am Boden erkennen da Wärmeabstrahlung und Bodentemperatur meist sehr ähnlich ist. Das hilft um Warmluftpakete und Ablösestellen der auch ein Temperatursprung sein kann erkennen kann. Damit kann man besser oben bleiben und lernen wo Warmluft zu welcher Uhrzeit zu finden ist.

3) Welche Erkenntnisse konntest du in Verbindung mit dem Einsatz der Wärmebildkamera gewinnen? Armin Harich: Es ist etwa so wie wenn man Wolken statt Blauthermik hat, man erkennt besser, was am Boden los ist. Außerdem lernt man selbst wenn man sie nur am Boden nutzt besser Wärme zu verstehen.

4) Welches Kameramodell hast du verwendet? Armin Harich: Die Flir One in der ersten und nun 2 Generation. Sie nutzt noch eine einfache normale Kamera, um auf dem Wärmebild besser zu erkennen was wo ist. Die Wärmebildkamera Auflösung ist mehr als ausreichend. 10x teuere Profikameras bringen da auch nicht mehr. Wichtig ist die Einfachheit da man in der Luft schlecht die Bremsen dauerhaft loslassen kann. Deswegen will ich die Kamera ins Gurtzeug einbauen und per Verlängerungskabel an das IPhone gehen. Stromversorgung muss für längeren Betrieb auch gelöst werden. Aber ein kurzer Blick war auch schon immer ganz interessant um seine Einschätzung zu kontrollieren.

5) Siehst du noch weiteres Potential und bleibst an dem Thema dran und oder war das ein einmaliger Versuch? Armin Harich: Mir fehlt die Zeit, hier mehr zu machen. Aber es werden andere hier noch mehr Testen. Ich denke eine Wärmebildkamera ist wie das erste GPS. Anfangs von manchen als Doping gesehen, wird ist es nun Standard und ganz normal. Man kann es eh nicht verhindern. Und zum Glück ist der Preis da wo auch früher ein GPS lag.

 

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